Enttäuschend: Bundesregierung weder für Atomkraft noch für Angriffskrieg

Die Aufkündigung des Atomkonsenses durch die schwarzgelbe Bundesregierung war ein Fehler. Aber dies läßt sich wohl angesichts der politischen Stimmung nicht mehr rückgängig machen. Es ist deshalb Zeit, sich unter Wahrung der persönlichen Interessen politisch neu zu orientieren. Auch die Chance zur Beteiligung an einem Krieg  hat die Bundesregierung mutwillig vertan. Von Markward von Annweiler

Wieso läßt die schwarz-gelbe Bundesregierung Atomkraftwerke abschalten? Ein GAU in Japan beeinträchtigt objektiv nicht die Sicherheit deutscher Kernkraftwerke. Erdbeben von solcher Stärke wie in Japan kommen bei uns nicht vor, geschweige denn Tsunamis. Die Gefahr, wenn sie denn eine ist, wird gleichwohl nicht beseitigt.  Die Atomkraftwerke in Frankreich und in Tschechien laufen weiter, und eben aus diesen Ländern muss Strom zugekauft werden. Die Folgen des beschleunigten Ausstiegs werden die Verbraucher teuer zu stehen kommen. Denn nun werden die Investitionskosten in der Energiebranche notwendigerweise steigen, was den Strom für Privatkunden und Unternehmen verteuern wird. Noch immer erzeugen Kohlekraftwerke einen Großteil der benötigten Energie, gleichzeitig sind diese die größten CO² – Schleudern. Wie aber will man nach einem beschleunigten Ausstieg, wie ihn Umweltminister Röttgen anstrebt, die vereinbarten Klimaschutzziele erreichen?  Kurzum, die Regierung hätte die Vereinbarung mit den Stromkonzernen in Kraft lassen sollen. Diese werden natürlich wegen der Aufkündigung der Vereinbarungen  Klage erheben, und es ist wahrscheinlich, dass sie Recht bekommen werden.

Aber wieso nimmt der Verfasser hier Partei für die Stromkonzerne, mag ein AKW-kritischer Leser fragen. Ganz einfach, sie zahlen mir 750 euro pro Zeile! Da reiben Sie sich verwundert die Augen, was? Ich wiederhole es noch einmal: 750 euro! Soviel bekommt Ihr von Philtrat nicht! Aber es ist wirklich so.

Im Grunde könnte mir die beschleunigte Energiewende auch egal sein, denn ich kann mir ja die steigenden Strompreise leisten, und zwar durchaus nicht in erster Linie wegen des Honorars! Denn ob eine Energiewende nun schneller oder langsamer erreicht werden wird, ich  plane in jedem Fall, zukunftsträchtig zu investieren. Ich werde nämlich auf meinem hochherrschaftlichen Anwesen  Sonnenkollektoren anbringen lassen. Sie wissen schon: „Shine baby, shine, ha, ha, ha!“ Ich hoffe daher, dass die zukünftige grünrot (-rote) Bundesregierung die Subventionierung von alternativen Energien noch kräftig erhöhen wird. So wird man vom Geschädigten zum Profiteur der Energiewende, was einem natürlich erheblich erleichtert wird, wenn man vorneherein über das nötige Kapital verfügt hat!  Bei der nächsten Wahl werde ich aus diesem Gründen die Grünen wählen.

Lohnt sich eine Investition in erneuerbare Energien? Dieser Mann denkt gerade darüber nach

Der Beitritt der Türkei in die EU, eine Aufnahme von nordafrikanischen Flüchtlingen aus humanitären Gründen und überhaupt ein Anwachsen der moslemischen Bevölkerung in der BRD stört mich nämlich überhaupt nicht.  Was kümmert es mich, wenn meine Putzfrau Kopftuch trägt oder mein Fahrer am Freitag in die Moschee geht? Ich komme ansonsten auch nicht einmal in die Nähe von Migrantenghettos bzw. von sogenannten „Parallelgesellschaften“. Falls doch, die Scheiben meines Hybridwagens sind aus getöntem Panzerglas. Kinder habe ich auch keine, und wenn ich welche hätte, würde ich sie aufs Gymnasium schicken, oder im Falle von dessen Abschaffung durch grünrote Gleichheitsfreunde, auf eine Privatschule – fern von agressiven Arabern und Anatolen. Vor steigender Kriminalität habe ich auch keine Angst – meine Villa liegt auf dem Lande hinter hohen Mauern. Falls doch einmal ein Einbrecher die Mauern überwinden und durch die parkartigen Landschaften bis zum Hauptportal gelangen sollte, würde er von den Wachhunden in Empfang genommen werden. Sollten die sozialen bzw. ethnischen Konflikte in Deutschland je uns Eliteangehörige erreichen, bleibt mir immer noch die Villa in der Toskana! Höhere Steuern bzw. Sozialabgaben muss ich auch nicht fürchten, oder glauben Sie, jemand wie ich gibt sich mit Lohnarbeit ab? Was meine disponiblen Kapitalien angeht – ich will ja nicht indiskret sein, aber die habe ich  natürlich längst außer Reichweite des deutschen Fiskus gebracht!

Aufmerksame Leser mögen fragen, wann ich endlich auf den Angriffskrieg zu sprechen komme. Jetzt! Ich finde wir hätten in Libyen mit einsteigen sollen! Sie wissen schon: wegen Menschrechten und Demokratie und so. Außerdem hätten deutsche Soldaten  dann endlich noch einmal die Gelegenheit, in Tobruk einzumarschieren. Aber diesmal auf der richtigen Seite, sie wissen schon, für Menschenrechte und Demokratie und so.

Markward von Annweiler, 12.04.2011

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2 Antworten zu Enttäuschend: Bundesregierung weder für Atomkraft noch für Angriffskrieg

  1. Ausbider Schmidt schreibt:

    Achtung!

    bitte aufpassen – Tobruck ist doch schon befreit.

    Deutsche Soldaten können in Afrika immer nur von links nach rechts stürmen.

    Steht wenigstens so im Füchstenfuchs für Kleinstrategen.

    Grüsse aus DO-Eving

    die Nordstadt muss noch bunter und multikultureller werden

    • immhoff schreibt:

      Stimmt, da hat einer in der Redaktion wohl geschlafen. Allerdings kann die Bundeswehr ja dennoch in Tobruk eingesetzt werden, um im Hafen das Ausladen und die Verteilung von Hilfsgütern an die Zivilbevölkerung zu bewachen.

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