Aktionstage für Sexismus und Homophobie

Unter dem Motto Gesellschaft.Macht.Geschlecht finden an der Uni Köln derzeit die alljährlich mit großem Aufwand betriebenen Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie statt. Ziel ist die Dekonstruktion sämtlicher Geschlechter(rollen)(bilder). Zeit auch für uns, herrschende Denkmuster und dominante Diskurse einmal kritisch zu hinterfragen. Von unserer Gender-LGBT-Korrespondent_in Ewald Knülle

Uni Köln, im November 2011: Auf dem Albertus-Magnus-Platz finden Kundgebungen gegen Sexismus und Homophobie statt

Durch zahllose Flugblätter und Plakate, dazu Infowände und eine sechsseitige (16-21) Sonderbeilage im aktuellen AStA-Nachdruck ist sichergestellt, dass auch wirklich kein auch noch so verschlafener Student dieses vorweihnachtliche Fest der Liebe übersehen kann. Die Aktionstage scheinen prinzipiell folgendem taktischem Ansatz verpflichtet: Unterhaltung – etwa im Rahmen des LesBiSchwulen Filmabends oder der Rosa Fete – wird gekoppelt mit Entrüstung über Homophobie (deren Realexistenz man mit aus dem Ausland importierten Beispielen belegen muss) und mit Information in Form von Vorträgen zu Themen wie Gender Diversity in der Lehre, Queer Studies für Anfänger oder Regenbogenfamilien. Reichlich Partyspaß und die Vermittlung theoriegebundener, weltanschaulicher Aspekte gehen hier also Hand in Hand mit dem guten Zweck – sicherlich ein Erfolgsrezept, wenn man ein breites Publikum für die politische Linke gewinnen und für mitunter recht abstrakte Gedankenarchitektur interessieren möchte.

Selbst ein derart geistestrüber Haufen wie die Redaktion der Pickelhaube hat anhand des bereitgestellten Informationsmaterials von den Aktionstagen mittlerweile Kenntnis genommen. Und – es wirkt! Wir jedenfalls sind nunmehr in der Lage, unsere altbackenen Vorstellungen von Homosexualität, Geschlecht und Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen (=als verfehlt abzulehnen).

So waren wir bislang der Auffassung, dass Sexualität Privatsache sei und weder Staat noch Gesellschaft, sondern nur die jeweils unmittelbar daran Beteiligten etwas angehe; dass die sexuelle Identität lediglich eines unter vielen Merkmalen bilde, die den Menschen ausmachen; dass Geschlechterrollen zwar immer auch soziale Konstruktionen seien, aber auf biologischen Gegebenheiten aufbauten; ferner, dass ein Schwuler ein Angehöriger des männlichen Geschlechts sei, der sexuelles Interesse an anderen Angehörigen des männlichen Geschlechts habe und daher sich wohl kaum für eine radikalfeministisch inspirierte Demontage des männlichen Geschlechts begeistern ließe.

Mit solch ewiggestrigem Gedankenabraum ist zum Glück jetzt Schluss. Die Aktionstage haben uns eines Besseren belehrt: Sexualität ist keineswegs Privatangelegenheit, ist mitnichten nur eine unter jenen vielen Eigenschaften, die den Charakter formen – nein, sie ist zentraler, allesbestimmender Identitätsbestandteil, den es gleich einer Monstranz vor sich herzutragen gilt. Ein Schwuler ist keineswegs zunächst ein Mann wie andere Männer auch, sondern jemand, der die männliche Geschlechterrolle grundheraus ablehnt, die Interessen von lesbischen Frauen bzw. Feministinnen vertritt und der politischen Linken zugehört.

Schwule, wie dieser Herr aus Bayern, lehnen traditionelle Männlichkeitskonzepte ab, haben ideologische Maximen des Feminismus verinnerlicht und gehören der politischen Linken an

Zweifelsfrei ist der gesellschaftlichen Anerkennung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit den Aktionstagen ein wertvoller Dienst erwiesen. Wir von der Pickelhaube gratulieren herzlichst und wünschen weiterhin viel Erfolg. Da wir aber seit jeher für bunte Vielfalt und diversity in der studentischen Publizistik eintreten, möchten wir auch unkonventionellen Meinungen ein Forum bieten. Wir kündigen daher eine eigene Vortrags- und Partyveranstaltung an, die

Aktionstage für Sexismus und Homophobie

Was haben schwule Börsenhaie mit der europäischen Finanz- und Schuldenkrise zu tun?

Waren es etwa Heterosexuelle, die Krebs und Parkinson in die Welt gebracht haben?

Ist es Zufall, dass japanische Lesbenverbände ab dem Frühjahr 2011 keine Veranstaltungen in der Gegend um Fukushima mehr abgehalten haben?

Erfahren Sie mehr – bei den Aktionstagen für Sexismus und Homophobie!

Es ist uns eine besondere Ehre, als ersten Referenten Dr. Martin Ssempa ankündigen zu dürfen. Dr. Ssempa ist anerkannter Fachmann für homosexuelle Sexualpraktiken und hat durch einen wissenschaftlichen Vortrag bereits weltweite Berühmtheit in der scientific community erlangt. Auf wiederholte Nachfrage der Pickelhaube erklärte er sich bereit, diesen Vortrag auch an der Kölner Uni zu halten. Wir freuen uns!

Ewald ‚Poo Poo‘ Knülle, 11. 11. 2011

Bilder: flickr.com; wikimedia commons/Bundesarchiv (Ernst Röhm); Video: youtube

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11 Antworten zu Aktionstage für Sexismus und Homophobie

  1. Pantau schreibt:

    Ein Schritt fehlt unseren Linken noch: Als wahr erkannt wurde ja schon, dass „Gerechtigkeit“ keinesfalls bedeutet, dass A erntet was A säte und dass B erntet was B säte und der Staat streng darüber wacht, dass B nicht dem A seine Ernte stiehlt, nein! B wendet sich einfach an die Politik und wählt eine Partei, die für diesen Raub den Staatsapparat bemüht, – das Ganze ist dann nämlich „sozial gerecht“ und nennt sich „Sozialstaat“, also ein Staat, welcher exakt das Gegenteil dessen tut, was man (irrtümlich!) Jahrhunderte lang für die eigentliche Aufgabe eines gerechten Staates hielt.

    Was mit den Arbeitsfrüchten ja bereits hervorragend läuft, wird in der Sexualität sträflich vernachlässigt! Ist es etwa gerecht, dass die Lisa so hübsch ist und die Kathrin hässlich wie die Nacht? Weshalb „erntet“ erstere jedes Wochenende ihrer Ausstrahlung wegen regelmäßigen Sex und die Kathrin geht immer leer aus? Selbiges gilt übrigens für Hans und Klaus. „Sozial gerecht“ wäre es natürlich, wenn Lisa und Hans sich zumindest ein Wochenende im Monat unentgeltlich zwangsweise zur Verfügung stellen müssten, solange sie sich freiwillig an den restlichen Wochenenden hübsche Kopulationpartner suchen, also eine naturale Sexsteuer von ca. 25%.

    Sie müssten sich dann jeweils den am stärksten „sozial Benachteiligten“ zur Verfügung stellen, aus „Solidarität“ versteht sich und um den „sozialen Frieden“ zu bewahren. Sexuelle Präferenzen werden natürlich nicht berücksichtigt, – die Kohle eines Konservativen wandert ja schließlich auch in antirechte Projekte, weshalb soll man sich also aussuchen, ob man wenn schon, dann lieber mit einer hässlichen Frau verkehren würde statt mit einem Herren? Die sexuelle soziale Umverteilung liegt zudem im eigenen Interesse der Schönen, verhindert diese doch Vergewaltigungen (ähnlich wie der [im Moment noch monetäre] Sozialstaat ja Eigentumsdelikte verhindern solle).

    Die Linken sind doch nur sozial kalte Heuchler! Die Schere zwischen „schön“ und „hässlich“ klafft beim wochenendlichen Kopulationserfolg sehr weit auseinander und es wird höchste Zeit, dass der Staat hier regulierend eingreift!

    …sage ich als Verheirateter mit zwei Kindern, der sich mit Mitte Dreißig ohnehin nicht mehr für Sex interessiert, zumal ich – seit dem ich seit vier Jahren Führungskraft bin – es ohnehin nicht mehr nötig habe: Uns geht schon bei der Arbeit immer einer ab, wenn wir Looser zusammen scheißen. Mein Interesse gilt daher voll und ganz jenen optisch unterprivilegierten Mitmenschen, welche sich zwar noch im theoretisch sexuell aktivem Alter befinden, dies aber nicht geht da sie regelmäßig „optisch diskriminiert“ werden – auch von sog. Linken!

    • immhoff schreibt:

      Sie haben offenbar Michel Houellebecq gelesen – freie Marktwirtschaft und freie Liebe haben in der Tat eine strukturelle Gemeinsamkeit. Ein in Bälde erscheinender Artikel wird dies noch einmal aufgreifen.

      Gruß
      Ewald Knülle

  2. Joachim schreibt:

    Vielen Dank für die Verlinkung der Gastvorlesung des geehrten Herrn Dr. proct. fist. Ssempa an der Karl-Marx-Universität zu Trier für den kurzfristig ausgefallenen Kriegstreiber und Zionisten „van Creveld“ …. der wissenschaftliche Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und auch die letzten reaktionären Elemente sollten schleunigst begreifen, das Englisch die neue Wissenschaftssprache ist!!!

    • immhoff schreibt:

      Werter Joachim,
      Ihren Vorschlag, Ssempa spornstreichs als Nachfolger für van Creveld einzusetzen, sollte man wirklich der Uni-Leitung unterbreiten. Um die Idee beneide ich Sie. Kompliment auch für den innovativen Doktortitel.

      Gruß
      Ewald Knülle

      • Joachim schreibt:

        .. nicht zu beneiden wäre die Leitung der Uni, wie wollte sie denn die Diskriminierung eines Schwarzen begründen?

  3. Joachim schreibt:

    … poopoo.. I forgot using da „ß“….

  4. Gast89 schreibt:

    Ich wäre interessiert an Besucherstatistiken eures Blogs.
    Google schlägt mir wenn ich „Pickelhaube“ eingebe automatisch „Blog“ als Ergänzung vor, theoretisch nicht gerade artverwandte Begriffe… Könnte natürlich auch daran liegen das Google mich besser als meine Familie kennt.

    Danke schonmal,

    Ein Leser der glücklicherweise an einer Hochschule ohne linksradikalem Asta studiert

    • immhoff schreibt:

      Zur Zeit 3600 pro Tag. Dies liegt aber nicht an uns, sondern an der Genossin Sahra Wagenknecht, deren Liebesleben für die Google-Benutzer offenbar hochinteressant ist.

      Gruß
      Markward

  5. Grüse schreibt:

    Vorschlag für ein weiteres Diskussionsthema bei den Aktionstagen für Sexismus und Homophobie (inspiriert durch Dr. Dr. Ssempa):
    „Obamas geheime Agenda: Müssen auch wir bald Fäkalien essen?“

  6. Das Mädchen vom Lande schreibt:

    Was seid ihr eigentlich für ein Haufen von stupidem braunen Dreck? Ich bin schockiert und beschämt, auch nur zur gleichen Volksgruppe wie ihr zu gehören. Ich konnte vor Ekel kaum an mich halten. So viel faschistoider Mist in pseudointellektuellem Gewand verpackt. Doch Mist bleibt mist, auch mit ner Schleife drum.

    • immhoff schreibt:

      „Volksgruppe“? Sehen Sie sich vor, faschistoides Gedankengut schlummert auch in Ihnen! Aber keine Angst. Die Pickelhaube hilft Ihnen, es herauszulassen.

      Pseudointellektuell
      Ewald Knülle

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